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    Pathologisches Institut

    Sektionsgedicht: Die Darmablösung

    Jetzt liegt der Blinddarm schlechterdings
    Am weit´sten neben draussen links.
    Wer an die Regel sich will binden,
    Der kann ihn blindlings sicher finden.
    Charakteristisch ist der Griff!
    Man merke sich den kleinen Kniff.
    Nun steche man am Coecum ein,
    Doch schneide man ja nicht hinein!
    Leichtsinnig gar es zu durchtrennen
    Hieß´ "seine" Nachsicht arg verkennen!
    Nein: darauf steht die Todestrafe,
    Das merk´ sich weislich jeder Brave!

    Es wird nun wie ein Fidelbogen
    Das Messer hin- und hergezogen;
    Dabei soll das Guirlandenschneiden
    Durch flottes Ziehen man vermeiden.
    Mit Fug und Recht in Staunen setzt,
    Wer nirgendswo den Darm verletzt.
    Oft wird um Unterbindungsfäden
    Dabei per Telegramm gebeten,
    Die auch, darauf schon eindressiert,
    Der Diener schleunigst präsentiert.

    Ging´s bis zum Duodenum prächtig,
    Bleibt doch der Zweifel immer mächtig,
    Ob nicht bis an des Rektums Tiefen
    Noch ein´ge Löcher unterliefen!
    Denn wahrlich, eh´ man sich´s versah,
    Ist irgendwo ein solches da,
    Durch das, als wär´s für ihn gerichtet,
    Sich gleich ein Askaride flüchtet.
    Doch endlich kommt man an das End´;
    Am Rektum wird nun auch durchtrennt.

    Der Darm wird jetzt bei Seit´ gelegt,
    Denn seine Stunde noch nicht schlägt,
    Fein hübsch gesondert jedes Ende,
    Sonst schaue einer, wie er´s fände!
    Sofern „er“ an das Essen denkt,
    Wird dir der Darm wohl gar geschenkt.
    Doch denkt "er" daran furchtbar selten:
    Die Regel bleibt als Regel gelten!

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