Histologische Diagnostik (Gewebsuntersuchung)

Die Histologie bildet den Schwerpunkt der diagnostischen Tätigkeit eines pathologischen Instituts. Untersucht werden Gewebeproben mit intakten Zellverbänden. Damit können nicht nur die Merkmale einzelner Zellen, sondern auch die ihrer Organisation zu Zellverbänden (histologische Merkmale) diagnostisch beurteilt werden. Insbesondere in der Krebsdiagnostik ist die Histopathologie allen anderen Diagnoseverfahren überlegen.

Nach der Art des übersandten Materials läßt sich zwischen Biopsaten (zu diagnostischen Zwecken entnommene Gewebeproben) und Resektaten (Operationspräparaten) unterscheiden, welche beide histopathologisch untersucht werden. Einen diagnostischen Sonderfall bilden die Schnellschnitte.

Die histologische Beurteilung des eingesandten Materials durch den Pathologen am Mikroskop erfordert sog. "Schnitte". Deren komplizierte Herstellung erfolgt im histologischen Labor durch spezialisiertes Personal. Unter den zahlreichen histotechnischen Varianten hat sich als pathologische Routinemethode die Hämatoxylin-Eosin-Färbung von formalin-fixiertem, paraffin-eingebettetem Gewebe etabliert. Trotz Automatisierung wesentlicher Teilschritte (vor allem Entwässerung, Einparaffinierung und Färbung) bleibt dabei viel manuelle Tätigkeit. Besonderes  Geschick erfordert die Herstellung ultrafeiner Schnitte am Mikrotom und deren Aufziehung auf Objektträger.