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    Pathologisches Institut

    Das Kollegiengebäude, die 2. Heimstätte der Würzburger Pathologie

    Über 150 Jahre lang, seit 1726, war die Würzburger Anatomie im Gartenpavillon des Juliusspitals untergebracht. Nach der Trennung und Verselbständigung der Pathologie 1845 residierte diese zunächst im selben Gebäude. Als seit 1850 die Studentenzahlen dank Virchow und Kölliker enorm stiegen, wurde es in dem ehrwürdigen Gebäude zu eng.

    Deswegen ließ das bayerische Kultusministerium im benachbarten botanischen Garten einen Neubau errichten, das "Kollegiengebäude", welches die drei Kernfächer Anatomie, Physiologie und Pathologie unter einem gemeinsamen Dach vereinte. Nach diesem Konzept wurde wenige Jahre später auch das speziell für Virchow errichtete, erste Berliner Pathologische Institut erbaut.

    Erste Hausherren im 1853 eingeweihten neuen Institut waren der Pathologe Virchow und der Anatom und Physiologe Kölliker. Sie waren mit dem Entwurf nicht besondern glücklich, zumal der Bauherr ihnen keinen Einblick in die Pläne gewährt hatte. Auch Virchows rasch wechselnde Nachfolger -  August Förster, Friedrich Recklinghausen, Edwin Klebs und Eduard Rindfleisch - konnten sich mit der Konstruktion nicht anfreunden. Es war nur folgerichtig, daß die Pathologie nach institutioneller Verselbständigung auch topographische Unabhängigkeit wünschte.

    Die Pathologen blieben unter dem gemeinsamen Dach des Kollegiengebäudes bis 1878, als unter dem Leiter Rindfleisch ein separater Neubau in der Köllikerstraße bezogen werden konnte.

    Das Kollegiengebäude wurde schließlich abgerissen. Wo Virchow vor 150 Jahren Medizingeschichte schrieb, parken heute Autos ...

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