Deutsch Intern
    Pathologisches Institut

    Sektionsgedicht: Die Geschlechtsorgane

    Jetzt fragt es sich, ob dein Objekt
    In Hosen oder Rock gesteckt; -
    Im Leben meine ich natürlich,
    Und übersehe, daß figürlich
    Man oft im Leben sagen kann,
    Es hab´ das Weib die Hosen an.

    Ist es ein „Er“, kann´s interessieren
    Die Hoden ihm zu inspizieren.
    Sie werden beide ihm luxiert,
    Sofern das Paar noch existiert.
    Dann forscht man auf Halbierungsschnitten,
    Ob er hier irgendwo gelitten.

    „Ihr“ Apparat ist kompliziert;
    Er wird in toto extirpiert.
    Auf Beifall kannst du hier nur pochen,
    Hältst du dich an die Beckenknochen;
    Ringsum von oben geht der Schnitt,
    So nimmt er gleich das Rektum mit,
    Die Blase hart an der Symphyse,
    So hast du damit gleich auch diese.
    Mit Labien, Damm und Anus hat
    Man ein komplettes Präparat.

    Leg´s auf dem Teller dir zurecht, -
    Du denkst wohl selbst: Das ist nicht schlecht;
    Wenn´s auch entfernt nicht schön zu nennen!
    Ein Mediziner weiß zu trennen
    Den Eindruck toten Materials
    Und wie´s im Leben allenfalls. –

    Zum bessern Überblicke schneide
    Jetzt seitlich auf die ganze Scheide,
    Den Uterus vorn medial, -
    So wenigstens ist es normal –
    Dann oben nach den Tubenecken,
    Ob nichts im Fundus zu entdecken.
    Was alles hier ist bei den Frauen
    Abnormes nur zu oft zu schauen,
    Das überschreitet meine Grenzen,
    Kannst dir´s bei „Ziegler“ leicht ergänzen. –

    Beim Rektum pflegt man´s so zu halten,
    Daß es von hinten wird gespalten.
    (Anmerkung: Klar ist, daß beim Mann
    Man´s gleichfalls extirpieren kann!)

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