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    Pathologisches Institut

    Besoldung von Rudolf Virchow in Würzburg

    Mit seinem anfänglichen Würzburger Jahresgehalt von 1.200 Gulden konnte Virchow zufrieden sein, denn zusätzlich erhielt er - neben Einkünften aus Kolleggeldern und Publikationen in Höhe von ungefähr der Hälfte seines Gehaltes - noch jährlich 2 Scheffel Weizen und 7 Scheffel Korn, wobei 1 Scheffel dem Jahresverbrauch eines Erwachsenen entsprach. Naturalien als Teil der Beamtensolds dienten als Absicherung gegen Notzeiten, in denen der sonst übliche 50 %-Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel – durchaus auch bei gehobenen Einkommen – drastisch steigen konnte.

    Die Lebenshaltungskosten lagen in Würzburg relativ niedrig. Virchows Assistent Haeckel berichtete, daß man mit 250 Gulden bequem durch ein Semester komme. Die Monatsmiete für Studenten betrug 5-6 Gulden, ein Semesterkolleg kostete 5-9 Gulden je nach Bekanntheitsgrad des Dozenten; für Sezierübungen bezahlte der Student 10 Gulden. Ein 5-Gänge-Menu in einer Gaststätte bekam man für knapp 1/3 Gulden.

    Als Virchow 1852 schon zum 2. Male einen attraktiv ausgestatteten Ruf der Universität Zürich auf den ehemals (1833-1839) von seinem Berliner Lehrer Schönlein besetzten Lehrstuhl bekam, boten die Würzburger alles auf, um ihr medizinisches Zugpferd am Main zu halten; u.a. wurde sein Gehalt von 1.200 auf 1.400 Gulden angehoben. Aus Dank für sein Bleiben in Würzburg veranstalten die Würzburger Medizinstudenten Virchow zu Ehren einen großen Fackelzug.