Deutsch Intern
    Pathologisches Institut

    Sektionsgedicht: Die Darmeröffnung

    Nachdem Du hieran dich ergetzt,
    Kommt noch der Darm zu guter Letzt.
    So direkt vor dem Mittagsmahl,
    Ist zwar die Arbeit sehr fatal.

    ´s ist eine Wohltat, wenn man grad
    Zufällig einen Schnupfen hat,
    Wenn´s dabei einem auch passiert,
    Daß man ein Nasentröpfchen spürt,
    Das peinlich baumelt an der Spitze, -
    Kein Schnauben treibt´s von seinem Sitze.

    Wenn ich dir gut zu Rate bin
    Am dünnen End´ des Darms beginn´;
    Denn wenn du folgest der Belehrung,
    Sparst du zum Schluß die Hauptbescherung.
    An des Gekröses Ansatz schneide,
    Und flott dir auf der Schere gleite
    Der ganze Darm grad wie geschmiert: -
    Die Schmiere meist zur Wahrheit wird.

    Was aufgeschnitten, sollst du stecken
    Zum Waschen in das Kupferbecken.
    Tätst nun das Schlitzen du beenden,
    Hat´s damit noch nicht sein Bewenden:
    Jetzt kommt zu deiner Peinigung
    Erst noch die große Reinigung.

    Noch einmal nimm des Dünndarms Ende
    In deine sonst so reinen Hände,
    Nachdem im Becken du gewühlt,
    Vom Darm das Gröbste abgespült.
    Ward auch der Schmutz nicht viel geringer,
    Laß zwischen Daumen, Zeigefinger
    Der linken Hand doch fröhlich gleiten
    Den Darm, ihn sauber auszubreiten.
    Mit einem Wasserstrahl von oben
    Wird, was noch dransitzt, abgehoben,
    Und rein, wenn gründlich es geschah,
    Liegt deine Arbeit fertig da!

    Diktiere schnell, was noch zu sagen,
    Es wird in Bälde zwei Uhr schlagen;
    Dann wasch befriedigt deine Hände,
    Gottlob, nun sind wir ja zu Ende!
    Wohltätig wirkt die frische Luft,
    Wohl´tätger des Karboles Duft;
    Des freuet sich der Medikus –
    Und speist zu Mittag mit Genuß

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