Intern
    Pathologisches Institut

    Institut

    Das Pathologische Institut der Universität Würzburg ist ein klinisch-theoretisches Institut, das mehr als 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Zu den Aufgaben in der Krankenversorgung gehören vor allem die histologische und zytologische Diagnostik von Biopsiematerial sowie die Durchführung von klinischen Obduktionen. Diese werden primär für dasUniversitätsklinikum Würzburg durchgeführt, darüber hinaus jedoch auch für weitere Krankenhäuser sowie niedergelassene Ärzte aller Fachrichtungen und für internationale Einsender.

    Unser Institut besitzt einen national und international sichtbaren Schwerpunkt für Hämatopathologie und betreibt eine intensive Konsultationstätigkeit für auswärtige Pathologen bei der Abklärung schwierig zu interpretierender neoplastischer Veränderungen im lymphatischen Gewebe und im Knochenmark. Als eines von sechs deutschen Referenzzentren für Lymphknotenpathologie begutachten wir Biopsien im Rahmen aller multizentrischen Therapiestudien zu malignen Lymphomen. Entsprechend stehen die Lymphome auch im Zentrum unserer Forschung. Zudem vertreten wir das Fach Pathologie in seiner gesamten Breite in der akademischen Lehre der Universität Würzburg.

    Wir sind der erste in Deutschland gegründete Lehrstuhl für Pathologie und blicken auf eine besonders wechselvolle Vergangenheit zurück, die eng mit der allgemeinen deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts verbunden ist. Unser gegenwärtiges Institutsgebäude besteht seit über 100 Jahren, nachdem es im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde.

    Referenz- und Konsultationszentrum für Lymphknotenpathologie

    Das Institut für Pathologie fungiert seit ca. 25 Jahren als hämatopathologisches Konsultationszentrum und Referenzzentren für Lymphknotenpathologie. In dieser Funktion erstellt es referenzpathologische Diagnosen für Lymphompatienten. Darüberhinaus werden seine hämatopathologischen Konsiliardienste von Primärpathologen und Klinikern aus dem In- und Ausland in Anspruch genommen.

    Lymphome sind bösartige Tumoren des lymphatischen Gewebes (z. B. Lymphknoten). Wegen der Vielzahl ihrer leicht verwechselbaren Unterformen gehört ihre Diagnostik zu den schwierigsten Kapiteln der Pathologie. Man unterscheidet (nach dem Malignitätsgrad) zwischen niedrig und hoch maligen Lymphomen, nach dem Ursprung zwischen den häufigeren B- sowie selteneren T-Zell-Lymphomen, historisch auch zwischen Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphomen. Alle diese Gruppen haben zahlreiche Varianten.

    Für ihre Diagnostik reichen konventionelle Methoden meist nicht aus. Zwar beginnt die Lymphomdiagnostik nach wie vor mit einem konventionellen Blick durch das Mikroskop auf einen standardmäßig (HE oder Giemsa) gefärbten Schnitt. Ergänzend zu dieser üblichen histologischen Diagnostik sind meistens weitere spezielle Untersuchungen erforderlich wie z. B. immunhistochemische Färbungen und  molekularpathologische Analysen. Zusammen mit der spezialisierten diagnostischen Expertise der Referenzpathologen wird auf diese Weise die korrekte Klassifikation der begutachteten Lymphome gewährleistet.

    Dank dieser exakten referenzpathologischen Diagnostik konnte der Behandlungserfolg der bösartigen Lymphome in den letzten Jahrzehnten enorm verbessert werden. Aktuell erfolgt die Behandlung der meisten Lymphompatienten im Rahmen einer Lymphomstudie. In diesen erprobt man unter wissenschaftlicher Begleitung neue Therapiekonzepte. Um deren Wirksamkeit mit den gegenwärtigen Behandlungsverfahren genau vergleichen zu können, muss sichergestellt sein, dass die Patienten an exakt derselben Lymphomart leiden. Diese Sicherheit garantiert die Referenzdiagnose durch ein Referenzzentrum wie das Würzburger.

    Wesentlich geprägt wurde die Lymphomforschung ab 1960 durch den Kieler Pathologen Prof. Karl Lennert. Einer seiner Schüler, Prof. Hans Konrad Müller-Hermelink, gründete nach seiner Berufung zum Vorstand des Würzburger Pathologieinstituts das dortige Referenzzentrum für Lymphknotenpathologie. Nach seiner Emeritierung 2009 wird dieses unter der Leitung seines Nachfolgers, Prof. Andreas Rosenwald, fortgeführt.

    Fachbibliothek & Archiv

    Wir verfügen über eine gut ausgestattete Präsenzbibliothek zur Versorgung der Diagnostik und Forschung.

    Unser historisches Archiv umfasst hauptsächlich Schriften zu folgenden Themenbereichen:

    • Geschichte der Medizin und Pathologie im Allgemeinen
    • Geschichte der Universität Würzburg und des pathologischen Instituts
    • Literatur über Rudolf Virchow
    • Schriften, Reden und Briefe von Rudolf Virchow
    • Nachrufe auf bekannte Pathologen