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    Rudolf Virchow zieht von Berlin nach Würzburg um

    In diesem Haus in der Ludwigstraße 1 (Ecke Theaterstraße) wohnte Virchow nach seinem Umzug nach Würzburg

    Am 30. Oktober 1849 trifft der "Linksradikale" aus Preußen traditionell mit der Postkutsche reisend - der Ausbau der Eisenbahn steht noch am Anfang - in der erzbischöflichen Residenz des bayerischen Frankenlandes ein und verbringt die ersten beiden Wochen in einem Hotel, was den größten Teil der ihm bewilligten Umzugskosten verschlingt. Am 13. Dezember bezieht er sein erstes Privatquartier, eine „kleine, aber freundliche und mäßig warme Wohnung bei dem Schreiner Reppenbacher auf dem Grabenberg“.

    Da seine Frau Rose ihm erst im Sommer 1850 nach Würzburg folgte, war er 1/2 Jahr in Würzburg allein. Er kam jedoch auf Anhieb gut mit seinen Kollegen zurecht. Besonders gut verstand er sich mit Albert Kölliker, dem Anatom und Physiologen, mit dem er seine Arbeitsstätten teilte, sowie mit dem Gynäkologen Kiwisch von Rotterau, bei dem er anfangs zum Mittagessen eingeladen war.

    Das Einzige, was der Berliner in der friedlichen Idylle am Main vermißte, war - außer seiner Frau - die hektische Unruhe der vorangegangenen Revolutionsmonate. Seinen Eltern im ostpommerschen Schivelbein, die auch nichts anderes gewöhnt waren, schilderte er die Verhältnisse in der Provinzstadt: "Politisch ist Stagnation; geistig Stilleben."

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