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    Die Schwann´sche Theorie der Zellneubildung

    Illustration aus dem "Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und für klinische Medizin", herausgegeben von R. Virchow und B. Reinhardt, 3. Band, Berlin, 1851

    Theodor Schwann (1810-1882), der im Labor von Virchows Berliner Doktorvater Johannes Müller arbeitete, gilt als einer der Väter der Zellenlehre, die in Virchows Zellularpathologie ihre Vollendung fand. Er postulierte die Möglichkeit der Bildung neuer Zellen aus formlosem, zellfreien Keimgewebe analog einem Kristallisationsprozeß. Diese Vorstellung ähnelte dem in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts ebenfalls verbreiteten Konzept der "generatio spontanea", nach dem Mikroorganismen unter geeigneten Bedingungen aus toter Materie entstehen können (Urzeugung). Virchow hatte Schwanns Theorie in Berlin kennenlernt und übernommen, als er 1849 nach Würzburg wechselte.

    Zwar verdrängte er sie mit seiner Zellularpathologie in ähnlicher Weise, wie Pasteur die "generatio spontanea" ins Reich der Fabeln verwies. Dennoch scheute er sich nicht, ihre große wegbereitende Rolle anzuerkennen, wenn er 1855 in seinem berühmten Artikel "Cellular-Pathologie" schrieb:

    "Wir wir uns auch drehen und wenden, wir kommen zuletzt auf die Zelle zurück. Das unsterbliche Verdienst von Schwann liegt nicht in seiner Zellentheorie, die so lange im Vordergrunde gestanden hat und die vielleicht bald aufgegeben sein wird, sondern in seiner Darstellung von der Entwicklung der einzelnen Gewebe und in dem Nachweise, daß diese Entwicklung, demnach alle physiologische Tätigkeit zuletzt auf die Zelle zurückführt."

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