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    Virchows beschreibt Lebensbedingungen von Kretins im Spessart

    Während seiner offiziellen Expedition zur Erforschung der "Not im Spessart" im Jahre 1852 beschrieb Virchow ein an Kretinismus leidendes Geschwisterpaar:

    „Die beiden Brüder führten ein völlig tierisches Leben. Durch Harn und Exkremente der Bewohner völlig verfaultes Stroh, das die Atmosphäre der scheußlichen Räumlichkeit verpestete, dient beiden als Lagerstätte, und sie verlassen diese nur, um mit Hilfe von großen Stöcken im Dorfe herumzulaufen und sich zu sonnen oder sich das ihnen angewiesene Brot zu holen und gierig zu verschlingen. Besserungsversuche in Bezug auf ihre Kleidung, die aus ungereinigten Lappen besteht, oder in Bezug auf ihre Lagerstätte, sind ohne Erfolg, da sie sogleich bemüht sind, das dargebotene Bessere zu zerstören und zu verunreinigen, um es auf den gewohnten Stand zurück zu führen; ähnlich verfahren sie mit etwa gestohlenen Viktualien, die sie nicht sogleich aufzuzehren vermögen. Sie werden deshalb von den Dorfbewohnern gehaßt und mit Schlägen verfolgt.“

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