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    Pathologisches Institut

    Virchows Mikroskopierkurs in Würzburg

    Illustration aus dem "Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und für klinische Medizin", herausgegeben von R. Virchow und B. Reinhardt, 3. Band, Berlin, 1851

    Von allen Lehrveranstaltungen Virchows in Würzburg war sein pathologisch-anatomischer Mikroskopierkurs sicherlich der berühmteste. Aus nah und fern strömten Medizinstudenten nach Würzburg, um an den einzigartigen Demonstrationen teilzunehmen.

    Mit Adolf Kussmaul, dem späteren Internisten (Kussmaul´sche Atmung) aus Südbaden, vertauschte sogar ein wohlbestallter Arzt 2 Semester lang seine Praxis im Schwarzwald mit dem Hör- bzw. Kurssaal in Würzburg. Er urteilte: "Unübertrefflich waren die Demonstrationen und Vorträge Virchows; jeder Tag brachte Neues und Lehrreiches."

    Anders als sein großer Wiener Pathologierivale Karl v. Rokitansky, der sich auf die Makroskopie (Sektionen) beschränkte, konzentrierte sich Virchow auch auf die Histologie. Entsprechend war das Mikroskop sein hauptsächliches Forschungsinstrument. Seine Studenten erzog er zum "mikroskopischen Denken".

    Zum Kurs, der ab 1853 im neugebauten sog. Kollegiengebäude stattfand, wurden maximal 40 Personen zugelassen wegen der beschränkten Zahl an Mikroskopen, die - mit den von Virchow präparierten Schnitten - auf kleinen Wägelchen montiert waren und auf Schienen von Teilnehmer zu Teilnehmer fuhren.

    Von Virchows Assistenten Ernst Haeckel stammt eine anschauliche Schilderung der konkurrenzlosen Veranstaltung.

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