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    Pathologisches Institut

    Besoldung von Rudolf Virchow in Würzburg

    Promotionsurkunde Virchows von 1843: ausgestellt unter dem Dekan Johannes Müller, verliehen dem "Rudolpho Ludovico Carolo Virchow, doctoris medicinae et chirurgicae"

    Mit seinem anfänglichen Würzburger Jahresgehalt von 1.200 Gulden konnte Virchow zufrieden sein, denn zusätzlich erhielt er - neben Einkünften aus Kolleggeldern und Publikationen in Höhe von ungefähr der Hälfte seines Gehaltes - noch jährlich 2 Scheffel Weizen und 7 Scheffel Korn, wobei 1 Scheffel dem Jahresverbrauch eines Erwachsenen entsprach. Naturalien als Teil der Beamtensolds dienten als Absicherung gegen Notzeiten, in denen der sonst übliche 50 %-Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel – durchaus auch bei gehobenen Einkommen – drastisch steigen konnte.

    Die Lebenshaltungskosten lagen in Würzburg relativ niedrig. Virchows Assistent Haeckel berichtete, daß man mit 250 Gulden bequem durch ein Semester komme. Die Monatsmiete für Studenten betrug 5-6 Gulden, ein Semesterkolleg kostete 5-9 Gulden je nach Bekanntheitsgrad des Dozenten; für Sezierübungen bezahlte der Student 10 Gulden. Ein 5-Gänge-Menu in einer Gaststätte bekam man für knapp 1/3 Gulden.

    Als Virchow 1852 schon zum 2. Male einen attraktiv ausgestatteten Ruf der Universität Zürich auf den ehemals (1833-1839) von seinem Berliner Lehrer Schönlein besetzten Lehrstuhl bekam, boten die Würzburger alles auf, um ihr medizinisches Zugpferd am Main zu halten; u.a. wurde sein Gehalt von 1.200 auf 1.400 Gulden angehoben. Aus Dank für sein Bleiben in Würzburg veranstalten die Würzburger Medizinstudenten Virchow zu Ehren einen großen Fackelzug.

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