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    Pathologisches Institut

    Nicolaus Friedreich, kommis. Leiter von 1856-1858

    • 1825 in Würzburg geboren
    • Medizinstudium und klinische Assistenz in Würzburg
    • 1856: kommis. Leiter der Würzburger Pathologie
    • 1858: Ruf auf Heidelberger Lehrstuhl für Pathologie
    • 1863: Erstbeschreibung der Friedreich´schen Ataxie
    • 1882: Tod an Ruptur eines Aortenaneurysma

    Nicolaus Friedreich (1825-1882) erlebte nach Vorbereitung seiner Karriere in Würzburg ihren Höhepunkt als Professor der Pathologie und Direktor der Medizinischen Kliniken in Heidelberg.

    Schon sein Großvater und Vater wirkten als Medizinprofessoren in Würzburg. Der Sohn trat in ihre Fußstapfen, indem er in Würzburg Medizin studierte, wo er seine pathologische Ausbildung bei Rudolf Virchow erhielt, der ihn außerordentlich prägte. So bekannte er sich lebenslang zu den Grundsätzen der Zellularpathologie. 1853 habilitierte sich Friedreich mit "Beiträgen zur Lehre von den Geschwülsten innerhalb der Schädelhöhle".

    Als Virchow 1856 Würzburg verließ, um an die Charite nach Berlin zurück zu kehren, leitete Friedreich den verwaisten Lehrstuhl kommissarisch während der unruhigen, 1,5-jährigen Übergangszeit, bis die Fakultät 1858 August Förster zum Nachfolger Virchows berief.

    Friedreich erhielt fast zeitgleich einen Ruf nach Heidelberg auf den neugeschaffenen Lehrstuhl für Pathologie. Er selbst hatte das Großherzoglich-Badische Ministerium in Karlsruhe von der Notwendigkeit überzeugt, die Pathologie als selbständiges Fach auch in Heidelberg zu etablieren. In seiner ersten Heidelberger Zeit wirkte Friedreich als Pathologe und las u.a. ein umfangreiches Kolleg über pathologische Anatomie. Nach seiner Berufung zum Direktor der Medizinischen Kliniken konzentrierte er sich auf die Innere Medizin und gab die Pathologie an Julius Arnold ab. Außerdem betrieb Friedreich eine große Privatpraxis.

    Als Forscher konzentrierte sich Friedreich auf die Entdeckung klinisch-pathologischer Korrelationen insbesondere auf neurologischem Gebiet (z.B. Friedreich´sche Ataxie, s. unten). Dabei war er nicht zuletzt deswegen erfolgreich, weil er Innere Medizin und Pathologie gleichermaßen beherrschte. Jedoch nahm seine Empfindlichkeit gegenüber Kritik manchmal fast paranoide Ausmaße an. 1882 verblutete er an der Ruptur eines Aortenaneurysma.

    1863 beschrieb er mit seiner Arbeit "Über degenerative Atrophie der spinalen Hinterstränge" - publiziert in Virchows Archiv - die seitdem nach ihm benannte Ataxie. Dabei handelt es sich um ein progressives, in später Kindheit beginnendes neurologisches Syndrom, bei dem eine spinozerebellare Dysfunktion zu schweren Gangstörungen führt. Friedreich differenzierte das gewöhnlich autosomal rezessiv vererbte Syndrom von der chronischen Neurolues (Tabes dorsalis, progressive Paralyse). Seine klinisch-pathologische Charakterisierung wurde nie in Frage gestellt, so daß die Erkrankung weltweit seinen Namen trägt.

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