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    Pathologisches Institut

    Virchows Familienleben

    Virchow mit seiner Frau Rose

    Virchow war im November 1849 von Berlin nach Würzburg gewechselt. Seine Verlobte Rose Mayer blieb bis zu ihrer Hochzeit im August 1850 in Berlin und folgte ihrem Mann erst danach an den Main. Ihre erste gemeinsame Wohnung war in der Eichhorngasse nicht weit vom Pathologischen Institut; kurze Zeit später bezogen sie eine größere Wohnung in der Nähe der Residenz. Nach Einstellung von Nachwuchs und Virchows Gehaltserhöhung 1852 leisteten sie sich zusätzlich eine Sommerwohnung im benachbarten, ebenfalls im Maintal gelegenen Veitshöchheim in der Nähe des fürstbischöflichen Barockparks.

    Von ihren insgesamt 6 Kindern kamen 3 in Würzburg zur Welt: 1851 August, 1852 Hanna und 1855 Adele. Als Vater scheint Virchow ziemlich streng gewesen zu sein. Am Ende einer Schiffahrt, welche die Familie mainabwärts über Frankfurt bis nach Heidelberg führte, hielt es der Familienvater für erforderlich, die unter der ausgelassenen Ferienstimmung offenbar gelittene preußische Disziplin wieder herzustellen bzw. "den Gehorsam durch fühlbare Strenge wieder herzustellen".

    Angesichts seines gewaltigen Arbeitspensums hatte Virchow jedoch relativ wenig Zeit für seine Familie, worunter wohl nicht nur seine Frau Rose litt.

    Ihre größte Urlaubsreise führte die Familie 1854 für 4 Wochen in Virchows Heimat nach Pommern, wo sie sich, nach dem Besuch seiner Eltern im ostpommerschen Schievelbein, im Ostseebad Midroy erholte. Man reiste mit der Bahn, nachdem die Strecke von Würzburg nach Schweinfurt gerade fertiggestellt worden war und somit erstmalig eine direkte Bahnverbindung nach Pommern bestand. Der Professor nutzte die Ferien zur Untersuchung des Bindegewebes von Meeresquallen mit seinem Reisemikroskop und zu anderen histologischen Studien. Außerdem verfaßte er einen umfänglichen Reiseführer für die pommerschen Ostseebäder mit Ratschlägen zum medizinisch richtigen Baden. Auch im Urlaub bekam die leidgeprüfte Familie ihren rastlosen Vater wohl nur selten zu Gesicht.

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