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    Ernst Haeckel begeistert sich für die Zellulartheorie Virchows

    Ernst Haeckel als Student mit Eltern

    Das allmähliche Reifen der Zellularpathologie in Virchows Gedanken während seiner Würzburger Zeit (1848-56) spiegelt sich schön in den erhalten gebliebenen studentischen Vorlesungsmitschriften, weil der Forscher seine neuen Erkenntnisse und Einsichten sofort an seine Schüler weiterzugeben pflegte. Im Wintersemester 1853/54 hörte der Student Ernst Haeckel die Ausführungen Virchows zu diesem Thema und war so begeistert, daß er seinen Eltern in einem Brief vom 21. 12. 1853 darüber berichtete:

    "Die Abende verbringe ich mit Ausarbeiten des geistreichen Virchowschen Kollegs ... Ja, über die Zellentheorie geht mir nichts! Ich weiß nicht, was für eine sonderbare Anziehungskraft diese sonderbare Tatsache, daß die Zelle Ursprung und Konstituens aller organischen Körper ist, für mich speziell hat; aber es ist faktisch, ich betrachte dies wirklich als das größte Schöpfungswunder, über das ich mich gar nicht satt wundern und freuen kann. Eigentlich ist auch diese Zellengenese das, was alle Menschen am nächsten angeht, denn wir alle, wie alle Pflanzen und Tiere, bestehen und entstehen ja nur aus Zellen. Das Ei ist ja nur eine einfache Zelle. Wie unbegreiflich stumpf und gleichgültig verhalten sich die meisten Menschen gegen diese wunderbare Tatsache, das Wunder aller Wunder. Für mich ist es das Anziehendste, was es gibt, und dem Studium und der Erforschung der Zelle möchte ich alle meine Kräfte widmen."

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