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    Pathologisches Institut

    Zitate aus Virchows Erstpublikation zur Zellularpathologie

    Illustration aus dem "Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und für klinische Medizin", herausgegeben von R. Virchow und B. Reinhardt, 3. Band, Berlin, 1851

    Den 8. Band des von ihm selbst herausgegebenen "Archiv für pathologische Anatomie" eröffnete Virchow 1855 mit einem Artikel über "Cellular-Pathologie", seiner 1. Publikation über ein Thema, das die folgenden 50 Jahre nicht nur sein Denken beherrschte, sondern auch theoretischer Mittelpunkt der naturwissenschaftlichen Medizin wurde. Es folgen Zitate aus diesem Artikel in chronologischer Reihenfolge:

    Wir müssen nun einmal auf das Einfache, Ursprüngliche zurück, ... und dieses Einfache ist nicht der Hohlkolben, ... die Zotte, die Papille, die Granulation, die Warze, sondern es ist und bleibt die Zelle.

    Wie wir uns auch drehen und wenden, wir kommen zuletzt auf die Zelle zurück.

    Ist nun aber die Pathologie nur die Physiologie mit Hindernissen, das kranke Leben nichts, als das durch allerlei äußere und innere Einwirkungen gehemmte gesunde, so muß auch die Pathologie auf die Zelle zurückgeführt werden.

    Meine Pathologie ist eine Pathologie der Zukunft.

    Unter dem Mikroskop des Biologen löst sich alles Lebende in kleine Elemente auf. ... haben wir gezeigt, daß diese kleinen Elemente, die Zellen, die eigentlichen Herde des Lebens und demnach auch der Krankheit, die wahren Träger der lebendigen, pflanzlichen oder tierischen Funktion sind, an deren Existenz das Leben gebunden ist ...

    Das Leben residiert also nicht in den Säften als solchen, sondern nur in den zelligen Teilen derselben ...

    Rücken wir bis an die letzten Grenzen vor, an denen es noch Elemente mit dem Charakter der Totalität oder, wenn man so will, der Einheit gibt, so bleiben wir bei den Zellen stehen. Sie sind das letzte konstante Glied in der großen Reihe einander untergeordneter Gebilde, welche den menschlichen Leib zusammensetzen. Ich kann nicht anders sagen, als daß sie die vitalen Elemente sind, aus denen sich die Gewebe, die Organe, die Systeme, das ganze Individuum zusammensetzen.

    Ich formuliere die Lehre von der pathologischen Generation, von der Neoplasie im Sinne der Zellularpathologie einfach: Omnis cellula a cellula.

    Ich kenne kein Leben, dem nicht eine Mutter oder ein Muttergebilde gesucht werden müßte. Eine Zelle überträgt die Bewegung des Lebens auf die andere ...

    So kann eine wirklich wissenschaftliche und praktisch nutzbare Pathologie gewonnen werden, aber wir sind auch überzeugt, daß nur das der Weg zu der Pathologie der Zukunft ist.

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