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    Pathologisches Institut

    Virchows Kollegen in Würzburg

    Würzburger Kollegen: von links nach rechts: Hintere Reihe: Rudolf Virchow, Albert Kölliker; Vordere Reihe: J.J. vonScherer, Franz Kiwisch von Rotterau, Franz Rinecker

    Gleich nach seiner Ankunft in Würzburg im Herbst 1849 fand Virchow guten Kontakt zu seinen Kollegen an der medizinischen Fakultät, besonders zu den jüngeren Forschern, die erst kürzlich nach Würzburg berufen worden waren. Das 1850 entstandene Gruppenbild zeigt Virchow im Kreise von 4 Kollegen, die zusammen als Zugpferde der medizinischen Fakultät maßgeblichen Anteil am Aufstieg Würzburgs nach 1848 zur medizinischen Hochburg Deutschlands hatten.

    • Albert Kölliker (1817-1905) kam kurz vor Virchow als Anatom und Physiologe nach Würzburg. Er wurde als Histologe berühmt und harmonierte mit Virchow während ihrer 7 gemeinsamen Würzburger Jahre. Nach Virchows Rückgang nach Berlin war er der größte Studentenmagnet der Medizinischen Fakultät.
    • Josef Scherer (1814-1869) war als Biochemiker für seine medizinischen Kollegen unverzichtbar, da sie für die Überwindung der romantischen Naturphilosophie zugunsten naturwissenschaftlicher Prinzipien kämpften. Entsprechend beteiligte er sich mit Virchow an der Herausgabe der "Jahresberichte über die Leistungen und Fortschritte in der gesamten Medizin".
    • Franz Kiwisch von Rotterau, der Würzburger Gynäkologe, genoß einen ausgezeichneten Ruf und galt als Vater der modernen Gynäkologie in Deutschland. Er war mit Carl Mayer bekannt, dem Vorsitzenden der Berliner Gesellschaft für Geburtshilfe und zukünftigen Schwiegervater Virchows. Kiwisch setzte sich zusammen mit Rinecker für Virchows Berufung nach Würzburg ein.
    • Franz von Rinecker (1811-1883), gleichermaßen versiert als Polikliniker, Dermatologe und Pharmakologe, verzichtete auf eine fachwissenschaftliche Karriere. Er erwarb sich als Dekan der medizinischen Fakultät der Würzburger Universität besondere Verdienste durch die Berufung bekannter "Nordlichter" an die medizinische Fakultät, wobei er es mit großem Geschick verstand, die Skepsis im Münchener Kultusministerium zu zerstreuen. Indem er so berühmte Forscher wie Kölliker und Virchow nach Würzburg holte, bahnte er maßgeblich den Aufstieg der Provinzstadt zur deutschen Medizinhochburg.
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