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    Pathologisches Institut

    Hans-Werner Altmann, Vorstand von 1959-1985

    • 1916: geboren in Herford
    • Medizinstudium an 5 Universitäten
    • Pathologieausbildung in Freiburg bei Büchner
    • anschließend Professur an der FU Berlin
    • 1959: Pathologieordinarius in Würzburg
    • 1985: Emeritierung
    • 2011: Tod im Altersheim in Würzburg

    Der Westfale Hans-Werner Altmann begann sein Medizinstudium in Berlin und setzte es in schwieriger Zeit in Würzburg, Freiburg und Königsberg fort. Die ersten drei Orte sollten auch in seiner späteren Karriere als Pathologe eine große Rolle spielen.

    Nach Ende des 2. Weltkrieges kehrte Altmann zum Abschluß seines Studiums nach Freiburg zurück. Dort absolvierte er auch als Schüler F. Büchners seine pathologische Lehre. Nach seiner Habilitation ging er an die TU Berlin und erwarb sich wissenschaftliches Renommee.

    1959 erhielt er den Ruf auf den Lehrstuhl der Würzburger Pathologie als Nachfolger des zwei Jahre zuvor emeritierten Eugen Kirch. Die Neubesetzung hatte sich wegen langer Verhandlungen mit dem Spitzenkandidaten der 1. Berufungsliste, Erich Letterer, in die Länge gezogen. Als dieser selbst nach Zusicherung aller seiner Forderungen überraschend absagte, erging der Ruf an Hans-Werner Altmann. In der Reihe der 14 Würzburger Lehrstuhlinhaber ist er nach Rudolf Virchow der Zweite, der von Berlin an den Main berufen wurde.

    Da Altmann die Zugeständnisse erbte, die Letterer in zähen Verhandlungen dem bayerischen Kultusministerium abgerungen hatte- eine erhebliche Aufstockung der personellen und finanziellen Mittel - konnte er die Aktivitäten des Würzburger Instituts beträchtlich ausweiten. Als er 3 Jahre später (1962) einen Ruf nach Freiburg auf den Lehrstuhl seines Lehrers F. Büchner erhielt, sagte er zwar ab, nutzte jedoch die Gelegenheit, um für das Institut aus den Verhandlungen zur Rufabwendung weitere Zuwendungen an Baumitteln und Einrichtungsgegenständen zu erhalten. So konnte unter seiner Ägide - er leitete die Würzburger Pathologie 26 Jahre lang - eine grundlegende äußere und innere Erneuerung des Instituts stattfinden.

    Nach seinem Um- und Ausbau etablierte Altmann neue Forschungsmethoden wie Elektronenmikroskopie, Histoautoradiographie, Histochemie und Immunochemie. Für die angewandte Zytologie, die wegen ihrer Rolle in der Tumordiagnostik stark an Bedeutung gewann, gründete er sogar eine eigenständige Abteilung, eine der ersten ihrer Art in Deutschland.

    Unter Altmanns Regie erlebte die klinische Pathologie einen großen Aufschwung. Getragen wurde er nicht - wie in alten Zeiten - von einer Ausweitung der Sektionen, deren Frequenz stagnierte, sondern von der Zunahme histologischer Untersuchungen intraoperativ oder bioptisch entnommener Gewebeproben. Damit einher ging eine Verschiebung der Rolle des Pathologen. Während er früher in erster Linie nach dem Scheitern aller therapeutischen Bemühungen den vielfach ratlosen Klinikern die wahren Todesursachen ihrer Patienten vor Augen führte, wurde er nun wesentlich früher in den diagnostischen Prozeß eingegliedert, wo er oft genug, besonders bei Tumoren, das letzte Wort hat.

    Hans-Werner Altmann starb im Alter von 95 Jahren am 31.07.2011 in einem Würzburger Altersheim. In der Todesanzeige einiger seiner Schüler heißt es: "Wir trauern um einen unvergessenen Lehrer von scharfsinnigem Geist, Weitblick und Erkenntnisvermögen, einen wortgewandten Redner und sprachbegabten Schriftsteller mit umfassendem Wissen und unbestechlichem Urteilsvermögen. Den Lauf der Dinge mit kluger Gelassenheit und heiterer Überlegenheit zu betrachten, zu beurteilen und zu beeinflussen, wohl auch zu ertragen, hatte er eine seltene Begabung. Er war zwar distanziert-verhalten, doch ein warmherziger Mensch ..."

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