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    Pathologisches Institut

    Wandel und Entwicklung der pathologischen Diagnostik

    In Übereinstimmung mit ihren Ursprüngen - die Pathologie entwickelte sich als medizinische Fachdisziplin durch Spezialisierung auf Sektionen - wird sie auch heute noch häufig in erster Linie mit Obduktionen assoziiert. Diese spielen im Berufsalltag des Pathologen jedoch mittlerweile eine untergeordnete Rolle. Ihren Platz eingenommen hat Diagnostik im Rahmen der Krankenbehandlung, d.h. lebender Patienten. Der Pathologe untersucht dabei mikroskopisch Körpermaterial, das dem Patienten bei Operationen oder Biopsien bzw Punktionen (diagnostische Materialentnahmen) entnommen und ihm zur Diagnostik zugeschickt wird.

    Der Aufschwung der mikroskopischen Diagnostik begann Mitte des 20. Jahrhunderts und stellt die Obduktionen mittlerweile quantitativ dermaßen in den Schatten, daß auf 1 Obduktion etwa 100 bis 1.000 histologische und zytologische Untersuchungen kommen.

    Obwohl alle diagnostischen Methoden, insbesondere auch die Labormedizin sowie die bildgebenden Verfahren, in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte erzielten, hat die im Zentrum der pathologischen Diagnostik stehende, mikroskopische Beurteilung von Biopsien in der Krankheitsdiagnostik an Bedeutung gewonnen, u.a. auch deshalb, weil moderne, häufig endoskopische, Verfahren, es ermöglichen, Gewebeproben zentimetergenau aus nahezu jedem Körperorgan zu entnehmen.

    Die naturgegebenen Beschränkungen der mikroskopischen Diagnostik an Hand konventionell (d.h. HE) gefärbter Schnitte wurden durch die Einführung der Immunhistochemie 1985 enorm erweitert, wobei es mit Hilfe monoklonaler Antikörper gelingt, differentialdiagnostisch wichtige Zellproteine anzufärben und damit mikroskopisch sichtbar zu machen. Ergänzt wird die Immunhistochemie durch ungefähr zeitgleich entwickelte, zytogenetische und insbesondere molekularbiologische Methoden (z.B. PCR, Gensequenzierung), welche den Nachweis pathologischer Veränderungen im Genom ermöglichen und eine nochmalige außergewöhnliche Ausweitung der diagnostischen Möglichkeiten der Pathologie erlauben bzw. versprechen.

    Im Zuge dieser Entwicklung ist die Pathologie mittlerweile weit über ihre Anfänge am Sektionstisch hinausgewachsen, obwohl die Durchführung von Obduktionen eine unverzichtbare Aufgaben des Pathologen geblieben ist.

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